Aus Liebe zur Natur und zum Baustoff Holz - Darstellung der Umarmung eines Baums

Holz: Nachwachsender Rohstoff im Bauwesen

Aspekte einer nachhaltigen Bauweise

Holz verbindet natürliche Materialeigenschaften und Design

Ein nachwachsender, vielseitiger Baustoff

Glas und Beton dominieren das Bild der meisten deutschen Städte. Holzhäuser sind hier kaum zu erkennen – höchstens einige Fachwerkbauten in historischen Stadtkernen oder einzelne Pionierleistungen ambitionierter Architekten. Dennoch ist Holz ein bewährtes Baumaterial mit hervorragenden Eigenschaften, um daraus moderne Gebäude zu errichten. 

„Auch wenn man es ihnen von außen nicht unbedingt ansieht, so bestehen auch Fertighäuser zu einem Großteil aus Holz“, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). Nach Angaben des BDF ist das Interesse an Fertighäusern derzeit so hoch wie nie. Die Entwicklung zeigt die anhaltende Bedeutung von Holz als häufig eingesetztem Baustoff - speziell im Fertigbau.

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Bauen mit Holz: Die umweltbewusste Alternative

Audio-Beitrag

Holz bindet Kohlenstoff. 

Wer sich für den Bau eines Hauses aus Holz entscheidet, fällt eine umweltbewusste Entscheidung. Holz bindet Kohlenstoff, sowohl im Wachstum als auch in seiner Verwendung als Baustoff. Welche Eigenschaften der natürliche, nachwachsende Rohstoff noch mitbringt, erfahren Sie in unserem Audiobeitrag.

🔈 Klicken Sie den Play-Button links unter dem Bild, um den Audio-Beitrag zu diesem Thema zu hören.

 

Holz – ein Baustoff im Fokus wissenschaftlicher Klimabilanzen

Holz ist ein etablierter Baustoff, dessen Eigenschaften und Umweltwirkungen regelmäßig wissenschaftlich untersucht werden. Bei der Bewertung von Gebäuden werden zunehmend auch die Auswirkungen der verwendeten Baustoffe betrachtet. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass neben der Nutzungsphase eines Gebäudes auch die Herstellung, Verarbeitung, Nutzung und Verwertung von Baumaterialien für die Gesamtbilanz relevant sind. Holz wird in diesem Zusammenhang häufig untersucht, da während des Wachstums von Bäumen Kohlenstoff im Material gebunden wird. 

Wie sich Holzbauweisen auf die Treibhausgasbilanz eines Gebäudes auswirken, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Herkunft des Holzes, die Art der Waldbewirtschaftung, die Lebensdauer des Gebäudes sowie die Nutzung und Verwertung der eingesetzten Materialien am Ende des Lebenszyklus. Aus diesem Grund werden Aussagen zu den Umweltwirkungen von Gebäuden heute zunehmend auf Grundlage von Lebenszyklusanalysen und Ökobilanzen getroffen.

Die Studie „Treibhausgasbilanzierung von Holzgebäuden (THG-Holzbau)“ von Forschenden der Ruhr-Universität Bochum, des Thünen-Instituts und der Technischen Universität München kommt zu dem Ergebnis, dass Holzbauweisen, die emissionsintensive Baustoffe durch Holz ersetzen, gegenüber vergleichbaren mineralischen Bauweisen unter bestimmten Voraussetzungen geringere Treibhausgasemissionen verursachen können, da Kohlenstoff während der Nutzungsdauer des Gebäudes im Holz gebunden bleibt.

CO₂-Kreislauf Holzhaus

Holz-Fertigbau - mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Holz-Fertighäuser im Trend

Laut dem Statistischen Bundesamt ist heute bereits jedes vierte neu genehmigte Ein- und Zweifamilienhaus in Deutschland ein Holzfertighaus. In Baden-Württemberg, einem Schwerpunkt des deutschen Holzfertigbaus, liegt der Anteil sogar bei rund einem Drittel.

Deutschland verfügt über umfangreiche Waldflächen. Rund 32 % der Landesfläche sind bewaldet. Für die forstwirtschaftliche Nutzung stehen nahezu elf Millionen Hektar Wald zur Verfügung. Ein wesentlicher Anteil (29 %) davon besteht aus Fichtenbeständen, deren Holz häufig im modernen Holzbau verwendet wird. „Die Fichte ist der meistverwendete Baum der Fertighausindustrie. Etwa zehn Stück davon bedarf es für ein durchschnittliches Haus mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern“, so BDF-Sprecher Windscheif.

In Deutschland wird Wald bereits seit 300 Jahren nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet, d.h. dauerhaft darf nicht mehr Holz entnommen werden, als nachwachsen kann. Nach Angaben der Forstwirtschaft wächst die für ein durchschnittliches Holzfertighaus benötigte Holzmenge in deutschen Wäldern innerhalb von 23 Sekunden nach.

Die Mitgliedsunternehmen des BDF verpflichten sich nach eigenen Angaben zur Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft – dokumentiert über anerkannte Zertifizierungssysteme wie FSC® oder PEFC™.

Baustoff Holz

Natürlicher Baustoff mit funktionalen Eigenschaften

Holz erfüllt die Anforderungen an moderne Baukonstruktionen und bietet Baufamilien mit seinen natürlichen Materialeigenschaften einige Zusatznutzen, die dem Fertighaus später zugutekommen. 

So besitzt beispielsweise Fichtenholz eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,13 W/(m·K). Aufgrund dieser vergleichsweise geringen Wärmeleitfähigkeit trägt Holz dazu bei, den Wärmestrom durch Bauteile zu reduzieren. Wärme wird also deutlich langsamer nach außen oder nach innen abgegeben als in einem konventionellen Gebäude bei gleicher Wanddicke. Die tatsächliche energetische Leistung eines Gebäudes hängt dabei jedoch immer von der gesamten Gebäudehülle, der Dämmung, der Haustechnik und der Bauausführung ab.

„Kombiniert mit ihrer intelligenten Wandkonstruktion eignen sich Fertighäuser aus Holz daher auch besonders gut zur Umsetzung förderfähiger KfW-Effizienzhäuser mit geringem Energiebedarf“, erläutert BDF-Sprecher Windscheif. 

Raumklima und Wohnempfinden

Zusatznutzen:

Holz besitzt aufgrund seiner Zellstruktur die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und zeitverzögert wieder abzugeben. So wahrt es über weite Strecken des Jahres die häufig als komfortabel empfundene Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent. Gemeinsam mit weiteren Faktoren wie Lüftung, Heizung und Bauweise kann dies zu einer optimierten Regulierung der Raumluftfeuchtigkeit beitragen.

Holz wird von vielen Menschen als natürlicher und angenehmer Baustoff wahrgenommen. Die Wirkung von Holzoberflächen auf das Wohlbefinden wurde in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen untersucht. Dabei wurden unter anderem Zusammenhänge zwischen sichtbaren Holzoberflächen und einer verminderten physiologischen Belastung und einer niedrigeren durchschnittliche Herzfrequenz beobachtet. Die Wissenschaftler vermuten als Grund hierfür die im Holz enthaltenen ätherischen Öle und die geringe elektrostatische Aufladung des Naturmaterials. (s.[open.library.ubc.ca]/[baubiologie.or.at]).

Die individuelle Wahrnehmung von Räumen wird jedoch immer auch von weiteren Faktoren beeinflusst, darunter Licht, Akustik, Temperatur, Raumgestaltung und persönliche Vorlieben.

Bauhaus-Villa mit Holzfassade von Meisterstück-HAUS

Ein Haus für Generationen

Holz und Langlebigkeit 

„All diese positiven Eigenschaften von Holz sind ein exklusiver Zusatznutzen für Fertighaus-Baufamilien. Doch nicht zuletzt erfüllt der Baustoff auch in besonderem Maße alle statischen und technischen Anforderungen, sodass Fachleute modernen Fertighäusern eine Lebenserwartung von gut 100 Jahren bescheinigen“, so der BDF-Experte. Denn: Holz erfüllt die gleichen statischen, bauphysikalischen und technischen Anforderungen wie andere im Hausbau eingesetzte Baustoffe. Moderne Holzgebäude werden nach den geltenden baurechtlichen Vorgaben geplant und errichtet. 

Bei fachgerechter Planung, Ausführung und Instandhaltung können Holzgebäude über Generationen hinweg genutzt werden. Die tatsächliche Nutzungsdauer hängt dabei unter anderem von Bauweise, Nutzung, Wartung und Modernisierungsmaßnahmen ab.

Glückliche Familie in ihrem neuem Eigenheim