Schul-Neubau energieoptimiert, günstig, mobil und schnell

Schul-Neubau in Porta-Westfalica

Die Frage nach dem Energieverbrauch beschäftigt unsere Gesellschaft immer mehr. Nachdem über die Nutzungsdauer eines Gebäudes ca. 50% der Gesamtkosten für die Betriebskosten aufgewendet werden, ist es dringend erforderlich, weitere Anstrengungen zur Reduzierung dieses Kostenblocks zu unternehmen.

Mit dem hier beschriebenen Schulneubau ist es gelungen, ein energetisches Konzept zu entwickeln, das sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen Gesichtspunkte ideal erfüllt. Durch die bei dieser öffentlichen Baumaßnahme gewählte rein funktionale Ausschreibung, war es für den Unternehmer möglich, die ideale Konstruktion und Ausstattung für die gestellten Forderungen anzubieten. Der Schulneubau mit einer Grundfläche von 57,73 x 17,78 m², sollte ein großes Lehrerzimmer, 3 kleine Lehrer? bzw. Elternzimmer, 7 Klassenräume, einen Informatikraum, sowie die erforderlichen Sanitär- und Nebenflächen enthalten.

Auch sollte das Gebäude gegebenenfalls später an einem anderem Ort mit anderer Verwendung genutzt werden, was sich ebenfalls auf die Planung und Konstruktion auswirkte. Die gesamte Bauzeit mit lediglich 13 Wochen, inklusiv der Gründungsarbeiten war eine weitere Herausforderung für diesen Zweckbau. Bereits bei der Planung und Gestaltung der Schule galt es daher einen Entwurf zu entwickeln, der all diese Anforderungen erfüllen kann, was zwangsläufig zu einem Holzbau führte.

Die Gründung wurde auf Streifenfundamenten realisiert, auf welche die bereits im Werk komplett vorgefertigten Fussbodenelemente aufgelagert wurden. Damit war die Mobilität des Baukörpers gewährleistet und es konnten bereits 280 mm Mineralfaserdämmstoff im Element eingebaut werden. Zusammen mit dem schwimmend aufgebrachten Zementestrich erreicht der Fussbodenaufbau so einen u-Wert von 0,12 W/m²K und entspricht damit Passivhaus-Niveau. Die Außenwände wurden ebenfalls als Holztafelelemente im Werk, inklusive der Fenster, Türen und Fassaden vorgefertigt. Innen sind die Wandelemente mit 2 x 12,5 mm Fermacell beplankt und im Fachwerk mit 180 mm Mineralfaser gedämmt. Außen sind zusätzlich 60 mm Holzfaserdämmplatten aufgebracht. Gerade durch diese Kombination der beiden Dämmstoffe erzielt man neben dem guten u-Wert von 0,16 W/m²K, einen sehr guten sommerlichen Wärmeschutz durch die Materialeigenschaften des Holzfaserdämmstoffs. An der Süd ? und Westfassade wurden zusätzlich, horizontale Lamellen angebracht, die in den Sommermonaten für die Beschattung der Fensterflächen sorgen. Mit dieser Konstruktion wurde ein gerade für Schulen notwendiges, robustes und wartungsfreies System gefunden.

Auch der u-Wert der Dachkonstruktion von 0,14 W/m²K ist weit besser als die Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung (ENEV), so dass für den gesamten Neubau die Anforderungen der ENEV um 54 % übertroffen wurden.

Daneben sind bei der gewählten Konstruktion nur ökologisch empfehlenswerte Materialien eingesetzt worden. Durch den hohen Holzanteil wirkt sich das Gebäude nachhaltig positiv auf die Umwelt aus, da ca. 100.000 kg des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 dauerhaft gebunden sind. Diese Menge entspricht zum Beispiel der Menge an CO2 , mit der ein Kleinwagen auf einer Fahrstrecke von 1.000.000 km die Umwelt belastet.

Termingerecht zum Schulbeginn 2008 / 2009 haben die Schüler und Lehrer Ihre neuen Räume bezogen. Durch die trockene Bauweise wurde bereits mit Beginn der Nutzung das Arbeitsklima in den Räumen durch die Lehrer und Schüler als außergewöhnlich angenehm beurteilt.